Wie habt ihr den Januar verbracht?
Habt ihr euch direkt nach Silvester im Fitnessstudio angemeldet, ein tolles, neues Projekt gestartet, mit dem Salatessen angefangen und mit dem Alkoholtrinken aufgehört? Alles neu – oder zumindest viel besser, effektiver und gesünder? Oder habt ihr mit dem Sport schon wieder aufgehört und seid jetzt traurig über eure Schwäche und Disziplinlosigkeit?
Was wäre denn, wenn der Januar gar nicht der Monat für Neuanfänge ist, fragt die Psychologin Nadja Petranovskaja, sondern ein Zeitraum fürs Nachdenken und Neuorientieren, in dem wir es etwas ruhiger angehen lassen sollten. Schließlich nutzt die Natur den Winter auch für Ruhe und Regeneration. Viele Tiere halten Winterschlaf. Auch wir Menschen brauchen jetzt mehr Ruhe. Unser Stoffwechsel verlangsamt sich. Das ist kein Fehler des Systems. Das ist das System. Also eher Winterschlaf als Durchstarten?
Wahrscheinlich ging bei euch – wie übrigens auch bei mir – im Januar einfach alles weiter wie bisher. Das neue Jahr ist ja nicht wirklich neu. Wir bleiben dieselben – mit allen unseren Eigenschaften und Verpflichtungen. Termine wollen erledigt, die Miete gezahlt werden. Da ist wenig Raum für eine längere Auszeit – und ebenso wenig für himmelstürmende Projekte. Vielleicht ist es daher das Beste, den Winter entspannt anzugehen, weiterzumachen und trotzdem nachzudenken und das Ganze mit winterlicher Slow Motion. Für den großen Aufbruch eignet sich der Frühling nämlich viel besser!
Foto: pexels/slichoart






