Bis vor einem halben Jahr war ich „Krankenhaus-Jungfrau“, hatte dort noch nie eine Nacht verbracht. Dann war es im Oktober doch so weit. Im Rahmen einer kleinen Operation durfte ich mich in einem Krefelder Hospital einfinden. Abgesehen davon, dass ich nicht gerne an mir „herumschnibbeln“ lassen wollte, hatte ich die Nachrichten über die Gesundheitskrise im Ohr: Überbelegte Kliniken, überlastetes Personal, stressbedingte Kunstfehler. Schon bei der OP-Vorbereitung war ich positiv überrascht. Die Anästhesistin stellte sich mir persönlich vor. Ich wurde sanft am Arm berührt und gefragt, ob ich mir schon einen schönen Traum ausgedacht habe. Da ich anstatt der OP beinahe nach Griechenland geflogen wäre, bekam ich die Info, dass ich mich gleich fühle, als hätte ich drei Ouzo getrunken. Mitte Februar folgte dann der zweite Akt: Dieses Mal durfte ich mich – ebenfalls als Kassenpatient – in Kempen operieren lassen. Debby vom Transportdienst fuhr mich mit einem strahlenden Lächeln in den OP-Saal. „Hallo, ich bin Laura und bereite jetzt ihre Anästhesie vor“, hieß es dort. Mit ein paar Scherzen und lockeren Sprüchen im Ohr bin ich eingeschlafen. Später auf der Station auch viele nette Menschen. Alle sehr empathisch und bemüht, dass Beste für ihren Patienten zu tun. Keine Spur von stressbedingter Genervtheit. Ganz bestimmt gibt es im Gesundheitswesen Probleme. Bei meinen beiden Krankenhausaufenthalten habe ich davon wenig gemerkt. Ich wurde grundsätzlich sehr freundlich behandelt. Schön, dass es Menschen gibt, die diese wichtige Arbeit mit Liebe und Engagement tun.
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